Abap Objektorientierte Get-Methode

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Re: Abap Objektorientierte Get-Methode

Beitrag von ralf.wenzel (Top Expert / 4011 / 209 / 283 ) »
Ich fürchte, du denkst da etwas kurzsichtig. Ich will gar nicht wissen, an wievielen Stellen hart codiert von acht Zeichen ausgeht. Die müssen alle angepasst werden.

Mein Lieblingsbeispiel ist die Ehe für alle. Man könnte meinen, das sei (bürokratisch) gesehen egal, wer heiratet. Allerdings: Die Software der Kommunen war darauf nicht vorbereitet, die ging hart codiert davon aus, dass immer ein Mann und eine Frai heiraten. Auch das EKST-Formular setzt voraus, dass oben ein Mann und unten eine Frau eingesetzt wird. Kann man ändern? Nicht, ohne eine Menge Prozesse im Hintergrund zu invalidieren. Und das Merkblatt sowie das Einkommenssteuergesetz und tausende Durchführungsverordnungen müssen geändert werden. Verständlicher wird davon nichts, im Gegenteil.

Ein ITler einer Oberfinanzdirektion hat mir mal vorgerechnet, dass man 2.000 Mannstunden braucht um ein solches Projekt zu planen. Sprich: Zehn Leute machen ein Jahr nichts anderes als diesen Plan. Dann ist man nicht fertig, sondern kennt den Aufwand für das eigentliche Projekt, für das dann tausende ohnehin völlig überlastet MA in der ganzen Republik herangezogen werden müssen. Und das alles, weil ein paar Frauen sich gedemütigt fühlen, weil sie als Zweites genannt werden.

Ein ähnlich tiefer Eingriff wird das sein. Man muss an unzähligen Stellen ändern. Man denke nur an die Verlängerung der Materialnummer. Da schlafen sicher heute noch einige schlecht von.


Ralf
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Ralf Wenzel Heuristika SAP-Development -- 25 Jahre SAP-Entwickler • 20 Jahre Freiberufler
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Re: Abap Objektorientierte Get-Methode

Beitrag von DeathAndPain (Top Expert / 2025 / 273 / 426 ) »
Ich will gar nicht wissen, an wievielen Stellen hart codiert von acht Zeichen ausgeht.
Wo sollen die denn alle sein? Der PARAMETERS-Befehl ist doch letztlich nicht mehr als ein DATA-Befehl mit einem kleinen Generierungs-Rattenschwanz dran, der das Dynprofeld nebst Dynprologik erzeugt. Diese müsste ein SAP-Programmierer mal durchgehen und die Generierungsroutinen falls nötig anpassen. Mehr ist es doch nicht. Die Länge des Feldnamens macht sich optisch auf dem Dynpro noch nicht mal bemerkbar, so dass ich gar nicht sicher bin, ob da überhaupt was angepasst werden muss.

Spätestens ab dem Ereignis START_OF_SELECTION ist der PARAMETERS-Wert doch nicht mehr als ein gewöhnliches, mit DATA definiertes, globales Feld. Ich weiß gar nicht, ob man es im weiteren Verlauf ändern darf. Wenn nein, dann eben ein gewöhnliches, mit CONSTANTS definiertes Feld.
Mein Lieblingsbeispiel ist die Ehe für alle. [...] Und das alles, weil ein paar Frauen sich gedemütigt fühlen, weil sie als Zweites genannt werden.
Nein, das mag zwar auch ein Thema sein, hat aber mit der "Ehe für alle" nichts zu tun. Bei der geht es darum, dass auch Homosexuelle einander heiraten können. Dass da an allen Ecken und Enden Datentypen und ihre möglichen Werte geändert und Prüfroutinen korrigiert werden müssen, kann ich mir gut vorstellen. Wobei, wie Du schon andeutest, weniger die Programmanpassungen das Problem sind und mehr die Validierung der Funktionsfähigkeit der angepassten Software.

Sowas ähnliches steht der SAP übrigens im HCM auch ins Haus. Da gibt es - wenig überraschend - Geschlechtsschlüssel für Mitarbeiter und auch geschlechtsspezifische Anredeformen. Die EU soll jetzt aber wohl festgelegt haben, dass Transgender als drittes, vollwertiges Geschlecht zu behandeln sind. Aus unserem Hause hat es schon eine entsprechende Anfrage in Richtung SAP gegeben mit der Antwort, sie wären dort noch am Überlegen, wie sie damit umgehen wollen. :D Das wird noch lustig; das kann nach meiner Einschätzung bis zum Ändern von Domänenfestwerten gehen. Und was da alles hinten dranhängt, bei zahllosen, altgewachsenen SAP-HCM-Installationen, das kannst Du Dir sicherlich denken.
Wenn wir einer Partei die Regierungsbeteiligung verweigern, die von einer Mehrheit gewählt worden ist, weil wir diese Partei für schlecht halten, da wir einer anderen Partei angehören, wie ist dann unsere eigene demokratische Gesinnung zu bewerten?

Re: Abap Objektorientierte Get-Methode

Beitrag von black_adept (Top Expert / 4159 / 136 / 960 ) »
DeathAndPain hat geschrieben:
Ich will gar nicht wissen, an wievielen Stellen hart codiert von acht Zeichen ausgeht.
Wo sollen die denn alle sein? Der PARAMETERS-Befehl ist doch letztlich nicht mehr als ein DATA-Befehl mit einem kleinen Generierungs-Rattenschwanz dran, der das Dynprofeld nebst Dynprologik erzeugt. Diese müsste ein SAP-Programmierer mal durchgehen und die Generierungsroutinen falls nötig anpassen. Mehr ist es doch nicht. Die Länge des Feldnamens macht sich optisch auf dem Dynpro noch nicht mal bemerkbar, so dass ich gar nicht sicher bin, ob da überhaupt was angepasst werden muss.
Trivialprogramm:

Code: Alles auswählen.

REPORT.
TABLES: marc.
SELECT-OPTIONS: s_matnr1 FOR marc-matnr,
                s_werks1 FOR marc-werks.
Generierter Selscreen:
Unbenannt.png
Somit könnte man an dieser Stelle wohl auf 10 Buchstaben hochgehen - aber der generierte Feldname wird für noch längere Parameternamen nicht mehr funktionieren. Und wer weiß, ob nicht bei irgendwelchen anderen Elementen die 30 Buchstaben vollständig verwendet werden.

Und ja - die Thematik wird tatsächlich in Programmen verwendet. Fallst du z.B. ABAP2XLSX installiert hast kannst du ja mal schauen, warum alle Demoreports Parameterbeschriftungen haben ohne dass diese explizit gepflegt wurden.
live long and prosper
Stefan Schmöcker

email: stefan@schmoecker.de

Re: Abap Objektorientierte Get-Methode

Beitrag von a-dead-trousers (Top Expert / 4483 / 231 / 1205 ) »
DeathAndPain hat geschrieben:
Ich will gar nicht wissen, an wievielen Stellen hart codiert von acht Zeichen ausgeht.
Wo sollen die denn alle sein? Der PARAMETERS-Befehl ist doch letztlich nicht mehr als ein DATA-Befehl mit einem kleinen Generierungs-Rattenschwanz dran, der das Dynprofeld nebst Dynprologik erzeugt. Diese müsste ein SAP-Programmierer mal durchgehen und die Generierungsroutinen falls nötig anpassen. Mehr ist es doch nicht. Die Länge des Feldnamens macht sich optisch auf dem Dynpro noch nicht mal bemerkbar, so dass ich gar nicht sicher bin, ob da überhaupt was angepasst werden muss.
Schau dir mal das Coding zur Runtime von Reports RSDBRUNT an oder alles was mit Variantenpflege (z.B. FuGr SVAR) zu tun hat.
Theory is when you know something, but it doesn't work.
Practice is when something works, but you don't know why.
Programmers combine theory and practice: Nothing works and they don't know why.

ECC: 6.18
Basis: 7.50

Re: Abap Objektorientierte Get-Methode

Beitrag von DeathAndPain (Top Expert / 2025 / 273 / 426 ) »
@black_adept: Eine SELECT-OPTIONS ist eine Rangestabelle und kein PARAMETERS. :P Dass man bei Rangestabellen Anhängsel braucht, kann ich schon eher nachvollziehen. So richtig aber auch wieder nicht, denn Deine Rechnung mit den 28 Zeichen stimmt nicht, da es sich ja um Elemente einer Struktur handelt, die ihr eigenes Limit von 30 Zeichen haben. Soll heißen, dass bei %_S_MATNR1_%_APP_%-OPTI_PUSH das %_S_MATNR1_%_APP_% 30 Zeichen lang sein darf und das OPTI_PUSH auch noch mal 30 Zeichen lang! Das wär ja schlimm, wenn bei geschachtelten Strukturen der Gesamtname nur 30 Zeichen lang sein dürfte...

Warum der Name %_S_MATNR1_%_APP_% so aufgeblasen sein muss, leuchtet mir auch nicht ein. Klar, eine Änderung würde immer die Gefahr bergen, dass irgendein Altprogramm den geänderten Namen nutzt (wenngleich ich der Meinung bin, dass man einem kundenseitigen Programmierer, dessen Feldnamen mit % anfangen, mit einem nassen Lappen eine links und eine rechts geben sollte). Aber selbst %_S_MATNR1_%_APP_% ist nur 18 Zeichen lang. Da ist reichlich Luft nach oben. Wenn man für SELECT-OPTIONS (und Parameter) nur 16 Zeichen erlauben würde, dann wäre schon viel gewonnen! Das wäre rasch mal das Doppelte von dem, was bisher möglich ist. Damit würde man schon bedeutend sprechendere Namen hinbekommen.
adt hat geschrieben:Schau dir mal das Coding zur Runtime von Reports RSDBRUNT an oder alles was mit Variantenpflege (z.B. FuGr SVAR) zu tun hat.
Das wird vermutlich dieser Generierungscode sein, der die Selektionsbilder erzeugt. Ja, da müsste man einmal durchschauen, wo es denn da knallen könnte. [Ketzerei]Da es sich noch nicht um objektorientierten Code handelt, ist er zwar relativ lang, aber noch gut nachvollziehbar.[/Ketzerei] Ich behaupte, wenn die SAP da einen Mann, der diesen Teil des Quellcodes gut kennt, dran setzt, dann ist der nach allerspätestens einer Woche fertig. Wahrscheinlich bedeutend schneller, da er weiß, wo im Code er suchen muss und wo es überhaupt eng werden könnte.
Wenn wir einer Partei die Regierungsbeteiligung verweigern, die von einer Mehrheit gewählt worden ist, weil wir diese Partei für schlecht halten, da wir einer anderen Partei angehören, wie ist dann unsere eigene demokratische Gesinnung zu bewerten?

Re: Abap Objektorientierte Get-Methode

Beitrag von ralf.wenzel (Top Expert / 4011 / 209 / 283 ) »
Und dann gibt es knapp 250 Systemkonstellationen, auf denen man diesen Kram testen muss.



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Re: Abap Objektorientierte Get-Methode

Beitrag von DeathAndPain (Top Expert / 2025 / 273 / 426 ) »
Was hat denn die Dynprogenerierung mit dem verwendeten System zu tun?!? Das ist doch Unsinn, weil wir uns da im ABAP und weit oberhalb der Kernelebene bewegen. Es soll ja auch nicht nachträglich in irgendwelche alten Releases reingefummelt werden, sondern wäre Teil eines neuen Releases.
Wenn wir einer Partei die Regierungsbeteiligung verweigern, die von einer Mehrheit gewählt worden ist, weil wir diese Partei für schlecht halten, da wir einer anderen Partei angehören, wie ist dann unsere eigene demokratische Gesinnung zu bewerten?

Re: Abap Objektorientierte Get-Methode

Beitrag von Daniel (Specialist / 314 / 68 / 44 ) »
DeathAndPain hat geschrieben:Ich behaupte, wenn die SAP da einen Mann, der diesen Teil des Quellcodes gut kennt, dran setzt, dann ist der nach allerspätestens einer Woche fertig. Wahrscheinlich bedeutend schneller, da er weiß, wo im Code er suchen muss und wo es überhaupt eng werden könnte.
Das Problem ist daß die SAP keinen Mitarbeiter mehr hat
des sich damit auskennt :(

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Re: Abap Objektorientierte Get-Methode

Beitrag von ralf.wenzel (Top Expert / 4011 / 209 / 283 ) »
Das halte ich für ein Gerücht - ich denke eher, dass die ganz andere Baustellen haben, die ihnen wichtiger sind.



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